Jul 17: Leichtes Übergewicht verlängert das Leben?
Bei Illustrierten ist es wohl bei bei Privatsendern. Es geht nur um die Quote und da ist jedes Mittel (auf dem Titel) recht. Was muss ich auf dem Titel der aktuellen "Bunte" lesen:
"Sensations-Studie: Leichtes Übergewicht verlängert Ihr Leben"
Das hat mich so schockiert, dass ich das Blatt natürlich sofort kaufen musste. Ich halte - gerade im Zusammenhang mit Ernährung - so plakative Sprüche wie Den für völlig falsch. Aber - wer wüsste es besser als ich - so funktioniert Journalismus nun mal. Man verdeutlicht durch Übertreibung und man verkürzt, damit es spannender wird. (und die Auflage muss ja auch stimmen
)
Wenn man dann den Artikel liest klingt die Sache gar nicht mehr so spannend. Der Artikel dazu ist immerhin einigermaßen journalistisch vertretbar. In der angesprochenen Studie geht es um eine Untersuchung aus Kanada aus den Jahren 1994 und 1995. Dort wurden 11.000 Kanadier zu ihrem Alter, Größe und zu ihrer Gesundheit befragt. Nach einem Abgleich mit dem Sterberegister kam heraus, dass von den befragten Personen die mit einem BMI (Body-Mass-Index) zwischen 25 - 29,9 ein 17% niedrigeres Sterberisiko hatten. Personen mit einem starken Übergewicht (BMI 30-35) hatten laut der Studie die gleiche Lebenserwartung, wie normalgewichtige Menschen. Lediglich für Personen mit einem BMI über 35 erhöhte sich das Risiko zu sterben um 35%.
Es gibt andere Studien, mit wesentlich mehr untersuchten Personen, die genau das Gegenteil herausgefunden haben. So ist das wohl mit Studien. Es hängt wohl auch immer sehr stark davon ab, wer was unter welchen Bedingungen untersucht.
Ich finde nur die Message, die von einer solchen Schlagzeile ausgeht sehr bedenklich.
#1 - m.h. besagt:
17.07.2009 22:54 - (Antwort)
Vor allem kann so eine Schlagzeile auch schnell anders gedeutet werden, gerade wenn man nur zu gerne "Gründe" für das eigene Übergewicht haben möchte. Das Wörtchen "leicht" wird dann schnell verdrängt...
#2 - Horst besagt:
19.07.2009 17:31 - (Antwort)
Wieso bedenklich? Es ist schlicht die Wahrheit. Und nicht nur eine Studie hat das bestätigt. Ganz im Gegenteil. Es gibt wesentlich mehr, die für BMI 25-30 ein längeres Leben prognostizieren, als die, die das nicht tun. Das ist auch logisch, wenn man den BMI mit dem Alter koppelt. Guck mal hier die Tabelle vom NCR an: http://www.bmi-club.de/bmi-bedeutung.html
Na? OK, danach stimmt die Aussage natürlich nicht mehr, weil der BMI 25-30 plötzlich zum Normalgewicht wird. Aber das ist ja genau das Problem mit dem BMI.
PS: Die letzte Studie, die obige Aussage bestätigt ist übrigens nicht mal einen Monat alt: http://www.leben-ohne-diaet.de/blog/uebergewicht-steigert-lebenserwartung-01703.html
Wobei generell der Zusammenhang zwischen BMI und Lebenserwartung Blödsinn ist. Es geht ja um einen Zusammenhang zwischen Gesundheit und Lebenserwartung. Der BMI sagt über die Gesundheit aber nichts aus. Mal abgesehen davon, wenn er wirklich deutlich zu hoch ist.
Deine Ernährung ist bestimmt alles andere als gesund. Dabei machst Du es nur, um einen niedrigeren BMI zu halten.
#2.1 - Michael besagt:
20.07.2009 14:39 - (Antwort)
Was ich bedenklich finde ist nicht der Zusammenhang zwischen BMI und der Lebenserwartung (obwohl ich da weder der einen, noch der anderen Seite glaube), sondern die plakative Aussage "Übergewicht ist gesund" das ist absoluter Blödsinn und gibt Menschen mit echten Übergewichtsproblemen das falsche Signal.
Soweit ist Dein Kommentar okay, woher Du aber das Wissen nimmst, wie ich mich ernähre und das ich nur auf meinen BMI achte, ist mir schleierhaft?? Solche Statements sind besser zu unterlassen.
#2.1.1 - Horst besagt:
20.07.2009 14:53 - (Antwort)
Ja, sorry, da wollte ich Dir nicht zu Nahe treten. Das Wissen entnehme ich Deinen Podcasts, schließlich habe ich alle Folgen gehört. ![]()
Eine Diät ist halt immer ungesund. Ich bewundere auch Deine Sendungen. Technisch gut gemacht und man merkt den Radio-Profi. Der Inhalt ist leider oft aus dem letzten Jahrtausend. Aber das soll keine Kritik sein. Es geht ja darum Leute zu erreichen. Und wenn Du das mit diesen Themen besser tust, ist das in Ordnung. Mir ist schon klar, dass niemand die Wahrheit hören will. Oder anders ausgedrückt: Ich bin völlig anderer Meinung, aber höre Deinen Podcast trotzdem gerne.
Ich glaube, das einzige, was man an der Überschrift wirklich bemängeln muss, ist das "Sensations-Studie". Den es ist keine Sensation. Ansonsten finde ich es sehr gut, wenn der Diät- und Kalorien-Zähl-Wahnsinn endlich als der Blödsinn entlarvt wird, der er ist.
#2.1.1.1 - Michael besagt:
20.07.2009 15:00 - (Antwort)
Hey, kein Problem! ![]()
Ich habe ja aber geschrieben (und gesagt hoffentlich auch
) dass ich nur für mich sprechen kann. Ich habe es ja so gemacht und geschafft.
Danke fürs Lob.
Ich sehe es auch so: Gegensätze bereichern die Diskussion. Beim Thema Ernährung haben halt alle eine andere Meinung, vieles ist sicher berechtigt vieles aber auch nicht. Darüber zu streiten bringt aber nichts, weil eben die Menschen alle verschieden sind. Mir geht es letztendlich um die Motivation überhaupt etwas an seinem Leben zu ändern.
Die Überschrift ist genau das, was ich auch bemängle, weil das genau die falschen Signale setzt.
Ich weiß es von mir selber und aus dem (zum Teil) übergewichtigen Bekanntenkreis.
#2.1.1.2 - FM 14.08.2009 22:05 - (Antwort)
Im Jahr 2007 habe ich angefangen, mich zu schwer zu finden. Hatte mich im Internet zum Thema Ernährung informieren wollen. Ich glaub es gibt kein anderes Thema, das so kontrovers diskutiert wird. Der Militantismus, den dabei einige Leute an den Tag legten, fand ich beängstigend. Und weil ich nicht schlüssig wurde, liess ich es eben, meine Ernährung zu ändern. Damals wog ich ungefähr 105 Kilo (bei einer Grösse von 1.87).
2008 hab ich mir ein iPhone zugelegt und als erstes gute Podcasts gesucht und bin dabei schnell auf den von Michael gestossen. Ueber 60 Kilo hatte dieser Mann abgenommen. Dann sagte ich mir: Okay. Dem hörst du mal zu. Ich hab dann angefangen, seine Ratschläge zu befolgen und mein Gewicht ging langsam und stetig runter. Alle meine Erwartungen und Zielsetzungen wurden übertroffen. Seit cirka 2 bis 3 Monaten konsolidiere ich mich nun zwischen 80 und 82 Kilo und fühle mich besser denn je.
Ich glaube jedoch auch, dass nicht alle Menschen gleich funktionieren. Aber ich glaube auch, dass die meisten Leute ihre Ernährung, ihre Gewohnheiten und ihr Leben gar nicht so gross ändern wollen, dass sie abnehmen und sich gesünder ernähren. Aber genau darum geht es: Man muss es von ganzem Herzen wollen und umsetzen. Und dabei war und ist mir der Podcast von Michael eine sehr grosse Motivation. Hoffe sehr, dass er bald wieder vermehrt die Zeit findet, öfters mal einen aufzunehmen. So alle 2 Wochen fände ich ganz toll... *smile
#3 - Paketdienst besagt:
05.08.2009 14:29 - (Antwort)
So ist das ebenmit dem Journalismis.
Würde man sich nicht eine so gute Schlagzeile ausdenken, würd sich doch keiner die Zeitung kaufen.
Und zu den Studien.. Hängt ja auch immer von den Leuten ab, die man in die Studie mit einbezieht
#4 - Michael besagt:
09.08.2009 23:20 - (Antwort)
Kann mich dem Artikel und vor allem dem ersten Kommentar dazu nur anschließen - es ist sicherlich bedenklich und hätte besser überdacht werden sollen.. als Schlagzeile so etwas, ich war leicht überrascht.
#5 - Marion besagt:
10.08.2009 13:22 - (Antwort)
Das ist aber auch eine gute Nachricht für die Leute, die das für ein großeres Problem bis jetzt halten.
#6 - Sven Löding besagt:
22.08.2009 10:03 - (Antwort)
Es geht hier halt ausschließlich um Auflage. Der Abnehmen-Frustierte Mensch geht in den Supermarkt um sich seine fettreduzierten und kalorienreduzierten Lebensmittel zu kaufen und am Zeitungsstand dann diese Schlagzeile... Glücklich und ungehemmt nimmt der Tag doch noch eine Wendung und der Einkaufswaagen wird schnell noch, neben der Zeitschrift, mit all den vermißten Dingen aus früheren Zeiten aufgefüllt.
Schade nur, dass das ein Trugschluß ist und letztlich doch all diese Zeitschriften in einer so starken Konkurrenz stehen, dass eben neue Schlagzeilen her müssen.
Ich kann mir gut vorstellen, dass die Verkaufszahlen dieser Ausgabe überdurchschnittlich waren.
Gruß
Sven
#7 - Manuela besagt:
29.08.2009 11:24 - (Antwort)
Ich finde es schon traurig das Zeitungen sich mit solchen Überschriften höhere Verkaufszahlen erhoffen und auch erhalten. Ich bin gerade dabei meiner Tochter (16 Jahre) zu erklären, dass sie für ihre Gesundheit abnehmen sollte und dann liest sie so etwas, sie würde diese Zeitung normalerweise nicht kaufen, aber sie musste diesen Artikel mit unter die Augen reiben. Sehr schade, denn meine Tochter muss zum Beispiel ca. 35 kg abnehmen, dies hat der Arzt ihr angeraten.
#8 - 107komma8 besagt:
03.09.2009 00:46 - (Antwort)
...ich habe mich auch lange mit "leicht" selbst betrogen, jetzt ist Schluss damit!
#9 - FM 11.09.2009 10:44 - (Antwort)
Hallo Michael
Habe Entzugserscheinungen. Vermisse einen neuen Podcast oder einen Blogeintrag.
*smile
Schöne Grüsse aus der Schweiz
#10 - Thorsten 17.09.2009 23:26 - (Antwort)
Ich mache keine Diäten, kaufe keine Light Produkte. Laufe die Woche 36 km und nehme trotzdem nicht ab. Der BMI ist für mich nur ein Anhaltspunkt. Das ist übergewichtig bin mit 92 kg und 1,82m sehe ich oft genug. Alles was ich lese und interessant finde probiere ich gerne mal aus (Keine Pharmazeutika). Ich habe ohnehin eine gewisse Distanz zu allem was man so liesst und versuche mir zu allem ein eigenes Bild zu machen.
#11 - Tine besagt:
07.10.2009 23:20 - (Antwort)
Ich habe grade sehr erfolgreich 11,5 kg abgenommen. Die Aussage, dass Übergewicht, wenn auch nur leichtes, gesund sei, kann ich nur widerlegen. Ich bin froh, die Kilo los zu sein. Es hat ein Dreivierteljahr gedauert. @ Torsten: Schau mal nicht so sehr auf das Fett als auf den Zucker. Fettreduziert hat mir nie geholfen, trotz Sport. Jetzt ernähre ich mich ab nachmittags eiweißreich, keine Kohlehydrate (also abends Steak ohne Kartoffeln oder Soße, dafür mit Gemüse) oder ein paar Spiegeleier, Tomatensalat mit Käse und Schinken oder Fisch (wers mag). Ich benutze keine "Mittelchen", Sport dazu und die Pfunde purzeln. Achte mal auf den versteckten Zucker, z. B. in Toastbrot...
#12 - Peter Juhle besagt:
05.11.2009 21:51 - (Antwort)
Natürlich fühlt man sich selbst sehr wohl wenn man schlank ist, jedoch ist es durchaus Möglich, mit ein paar Pfunden zu viel sich auch sehr wohl zu fühlen. Dann bleibt der Körper auch Gesund und geht nun mal nur wenn man sich auch gut fühlt. Das Gewicht spielt keine allzu Große Rolle. Man entscheidet immer selber ob man glücklich ist oder nicht.
#13 - Klaus Pitter-Kilfitt besagt:
21.02.2010 17:06 - (Antwort)
Das wäre sehr schön, davon habe ich aber noch nie was gehört. Muss mal nachforschen, wäre gut zu wissen ![]()



